Text von Carla Felber.
Yoga mit Kindern ist längst kein Randthema mehr. In Kindergarten, Schule und Freizeitbereich steigt die Nachfrage nach Kinderyoga stetig. Doch Yoga mit speziellen Zielgruppen – ob Schwangere, Menschen mit Rückenproblemen oder Betagte – erfordert immer eine Anpassung. Dies gilt in ganz besonderem Masse beim Yoga mit Kindern.
Kinderyoga im Trend – Warum Yoga für Kinder immer wichtiger wird
Momente der Ruhe und Entspannung werden in unserer reizüberfluteten, schnelllebigen Zeit immer seltener. Nicht nur Erwachsene leiden unter Bewegungsmangel und Stress – auch Kinder müssen verschiedenste Eindrücke rasch verarbeiten, haben volle Terminkalender und stehen bereits früh unter Leistungsdruck.
Mit Yoga können Kinder Bewegung und Geschicklichkeit schulen, ihre angeborene Neugier und Vorstellungskraft entfalten, Atem und Stille bewusst wahrnehmen und der Hektik des Alltags etwas entgegensetzen.
Grosse Erwartungen – Yoga darf nicht instrumentalisiert werden
Vor allem jüngere Kinder entscheiden sich nicht selbst für Yoga. Die Motivation kommt meist von Eltern oder Lehrkräften, die sich bessere Lern- und Konzentrationsfähigkeit oder motorische Förderung erhoffen.
Yoga sollte jedoch nicht zur reinen Problemlösung instrumentalisiert werden. Im Vordergrund sollte nicht Leistung oder Erfolg stehen, sondern die Freude am Tun.
Anpassung von Yoga an Kinder – Altersgerecht und entwicklungsorientiert
Wer Yoga mit Kindern praktiziert, muss die Übungen an Alter und Entwicklungsphase anpassen. Systematischer Yogaunterricht beginnt traditionell etwa ab dem achten Lebensjahr. Kinder zwischen acht und zwölf Jahren sind körperlich und emotional bereit, sich auf wesentliche Elemente des Yogas einzulassen.
Yoga mit Kindern erfordert Fachwissen, Flexibilität, Spontaneität und Präsenz.
Anatomische Besonderheiten bei Schulkindern
• Wachstum bedeutet Veränderung der Proportionen
• Neue Bewegungsabläufe werden möglich
• Keine Atemanhaltungen
• Keine Kraft- und Ausdauerübungen
• Hände schonen
• Exzessives Durchbiegen der Wirbelsäule vermeiden
Asanas im Kinderyoga – Spielerisch und dynamisch
Asanas bilden auch bei Kindern einen zentralen Bestandteil der Yogapraxis. Besonders beliebt sind Haltungen mit Identifikationsmöglichkeit wie Baum, Lotos, Kobra oder Berg. Wichtig ist, die Übungen nicht zu lange zu halten und abgestufte Schwierigkeitsgrade anzubieten.
Yoga fördert Aufrichtung, Körperspannung, Gleichgewichtssinn und Körperwahrnehmung.
Grundprinzipien für Yoga mit Kindern
• Weniger Statik – mehr Dynamik
• Spiel als Ausdrucksform
• Bewegungsbedürfnis berücksichtigen
• Meditative Übungen kurz halten
• Mit allen Sinnen Yoga üben
Atemübungen im Kinderyoga
Geeignet sind Atembeobachtung, Luftballonübung, einfache Yogavollatmung, Gorillaatmung, Bienensummen und Wechselatmung. Wichtig: keine Atemanhaltungen.
Rituale und Regeln
• Lieder, OM, Spiele
• Klarer Stundenanfang und -abschluss
• Wiederholungen geben Sicherheit
• Respektvoller Umgang
Stille-Übungen und innere Haltung
Ziel bleibt, Kinder behutsam in die Stille zu führen.
„Nur wer selber Konzentration, Sammlung und Ruhe ist, kann all dies um sich herum entstehen lassen.“ – Emil E. Kobi
Fazit
Kinderyoga ist kein Leistungsinstrument, sondern ein Raum für Bewegung, Fantasie, Körperbewusstsein und Freude. Richtig angepasst unterstützt Yoga die gesunde Entwicklung von Kindern – körperlich, emotional und sozial.
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Die Weiterbildung «Yoga für Kinder» findet von Donnerstag 14. – Samstag 16. Mai 2026 (Auffahrt) in Basel statt.
Zum letzten Mal mit der kompetenten Kursleiterin Carla Felber, Yogalehrerin YCH / EYU, Heilpädagogin, Komplementärtherapeutin und Mutter von drei Töchtern.
Details und Anmeldung
